
Im Vergleich zu heutigen Tastaturen an Smartphones oder Tablets erscheinen die altehrwürdigen Schreibmaschinen Drucktypen, die spiegelverkehrt ein Schriftzeichen „am Kopf“ tragen, inzwischen wie Hieroglyphen. Dabei sind sie doch noch immer so neuzeitlich, wenn man tatsächlich auf die altertümlichen Hieroglyphen eingehen will (Zeichen der alten phönizischen Schrift habe ich vor ein paar Jahren in Byblos/Libanon kennengelernt).
Grundsätzlich leitet sich der Begriff der „Hieroglyphenschrift“ vom altgriechisch ἱερός (hierós) sowie γλυφή (glyphē) ab und ist eine unspezifische Bezeichnung für Schriften, die sich im Wesentlichen aus Zeichen in Form von schematischen Bildern zusammensetzen. Bekannte Hieroglyphen sind logosyllabische Schriften (wie bei den Maya), die aus Logogrammen und Silbenzeichen bestehen. Dagegen funktionieren reine Bilderschriften (wie die Dongba der Naxi) nur als Gedächtnisstütze, das heißt, es wird nicht jedes Wort aufgeschrieben. Die ersten Hieroglyphen wurden im Niltal in der vordynastischen Zeit erfunden – gemäss altägyptischer Überlieferung hat Thot, der Gott der Weisheit, die Hieroglyphen geschaffen. Die Ägypter nannten sie daher „Schrift der Gottesworte“.
